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Der Niederländer Ernst Reepmaker ist Leiter des Eurythmie-Theater Fundevogel in Wien. Mit der Inszenierung (Rob Barendsma) des indonesischen Märchens "Tewang Bulang und das Wünschen" haben Reepmaker und seine Mitarbeiter beachtliche Erfolge eingefahren. Nun ruht sich das Team aber nicht auf den Lorbeeren aus, sondern peilt mit Elan das nächste Stück an: MIMAGES - A Symphony in Movement, basierend auf dem holländisches Mimimärchen ‚De wonderlijke Tapper' (Der wundersame Zapfer).
Reepmaker hat das niederländische Märchen, dessen Autor unbekannt ist, vor Jahren ausgegraben. Seither kreist er den Stoff immer wieder behutsam und methodisch vielfältig ein. So bat er Ulrich Rölfing, in Anlehnung an das Märchen eine siebenteilige Bilderreihe zu malen. Den stark abstrahierenden Bildern wurden assoziativ und begrifflich emotionale Werte zugeordnet. Diese Assoziationen und Emotionen der Bilder waren Ausgangspunkt für sieben Arbeitsgruppen europaweit. Altea, Berlin, Hamburg, Järna, London und Wien sind die Stationen, an denen Rob Barendsma mit herausragenden Eurythmistinnen und Eurythmisten an neuen Perspektiven einer an der Künstler-Individualität orientierten Eurythmie gearbeitet hat.
Die tänzerische wie choreografische Beweglichkeit lässt bemerkenswerte Vorstöße erkennen. Melaine Lampson gerät im Verzicht auf eurythmische Standards - Dominanz von Armschwüngen und wiederkehrende impulsive Bewegungsansätze des Oberkörpers - in einen faszinierenden Schwebezustand von Entkörperlicht und Vergeistigt; als triebe eine Nebelschwade am frühen Morgen über ein stilles Gewässer. Philip Beaven zeigt Mut zu Beharrlichkeit und statischer Geste. Wie ein Fels in der Brandung lässt er sich nicht von den leichtfüßigen Schrittfolgen der Mitspielerinnen aus der Fassung bringen. Intensive Fall- und Sprungübungen werden von einer Gruppe junger Tänzer gezeigt. Trainiert von Alexander Seeger gleiten sie entspannt zu Boden, rollen und drehen sich temporeich übereinander, miteinander und durcheinander, erfrischend wie der Anblick springender Forellen im kristallklaren Nass.
Schön und irritierend sind die vorläufigen Arbeitsergebnisse. Marianne und Hans Fors haben aus der Spannung europäischer Melodik und afrikanischer Rhythmik einen ebenso heiteren wie zärtlich berührenden Dialog entwickelt. Kaya Kitani lässt den Schalk spüren, der hinter der Galionsfigur eines Narrenschiffes stecken könnte. Birgit Hering spielt souverän mit Facetten menschlicher Laster und Brigitte Reepmaker lässt vermuten, wie zäh und zerbrechlich zugleich ein Neuanfang, vielleicht die Geburt einer anthroposophischen Venus, sein kann.
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