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Eurythmie

Die Sprache, die normende, genormte, beherrscht unsere Zeit. Die Bewegung, der eigene Ausdruck, führt zum fühlenden Menschen zurück.

Die Eurythmie ist ihrem künstlerischen Ursprung nach eine Bewegungskunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts parallel zum Ausdruckstanz entstanden ist und von Rudolf Steiner begründet wurde- in einer Zeit des Umbruchs und der Erneuerung, wo auch dem klassischen Ballett als Kunstform eine zeitgemäße Aussage verloren ging.

Stimmung gestalten im Dialog mit dem Publikum

Wovon Märchen erzählen (Michael Ende)

Während der Ausdruckstanz das eigene Erlebnis, die gefühlsgeleitete Bewegung aufzeigt, will die Kunst der Eurythmie auf den geistigen Ursprung der Bewegungsabsichten hinweisen. Ihr liegt die Erkenntnis zugrunde, daß einer Bewegung eine Seelenregung vorausgegangen sein muß, der wiederum ein Gedanke, ein Geistiges zugrunde liegt. Dabei gilt es, an die körperliche Ausdrucksfähigkeit und das emotionale Empfinden gebundene Bewegungskunst in eine Raum- Erlebnis- Kunst umzuwandeln, den Raum als ein Umfeld voll Spannungen und Wirkungen auf das menschliche Wesen darzustellen und für den Zuschauer als eine reale Qualität im Bühnenraum sichtbar zu gestalten. Das Raumbewußtsein- ein grundsätzliches Element der Eurythmie- ist eine moderne zeitgemäße Aussage dieser Kunstrichtung.

In einer Zeit, wo Umweltschutz zunehmend Menschenschutz beinhaltet, setzt sich die Erkenntnis immer stärker durch, daß der gestaltete Raum, die Umgebung und der darin lebende Mensch voneinander entwicklungsmäßig abhängen. Der äußere „Raum" hat eine Wirkung auf Seele und Geist, auf Fühlen, Denken und Wollen des Menschen, auf seine Aussagen, seine Sprachform, seine Handlungen. Das menschliche Wesen mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten zur freien Entscheidung und zur Gestaltung seiner Umgebung ist die thematische Aussage dieser Kunst. Der moderne Mensch, selbständig, aber nicht isoliert, muß durch Selbsterkenntnis und Weltverständnis eine neue Symbiose von Mensch und Raum entwickeln. (aus „..Mensch und Raum entwickeln" von Ulrike Pohlmann)

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